Bilder vom 8. Mai am Lindenauer Markt

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Bilder vom Seifenkistenrennen 2012

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Bildergalerie Kulturkonvent

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(Fotos von Gerd Eiltzer und Steffen Klötzer)


 
Reichtumsuhr

Quelle: www.vermoegensteuerjetzt.de

 

8. Mai 2012 Tag der Befreiung, Veranstaltung und Demo am Lindenauer Markt

21. Seifenkistenrennen am Fockeberg

Schreiben der Veranstalter an die Teilnehmer

Das Team der Partei DIE LINKE

Hallo liebes Seifenkistenteam,


am vergangenen Sonntag war es soweit: der inzwischen 21. Prix de Tacot, legendäres und international beachtetes Seifenkistenrennen, hat am Fockeberg stattgefunden.

Auch wenn ein bisschen Wehmut mitschwingt, dass dieser Tag so schnell vorbei ging, freuen wir uns doch über eine solch gelungene Veranstaltung und sind erleichtert, dass diese trotz des Regens ein voller Erfolg war.

Euer Team hat sich neben insgesamt 29 weiteren den Argusaugen des Geheimen naTo-Sportrats (GnS) gestellt. Im Schweiße Eures Angesichts habt Ihr gebuckelt, gekämpft und Euch geschunden. Ihr habt die wildesten Konstruktionen entworfen – mal mehr und mal weniger funktional, Ihr habt designed, gebastelt, geschweißt und gebunden! Herrliche Kisten waren das Ergebnis!

Was sollen wir sagen? Ihr habt die Massen begeistert, mitgerissen, erfreut! Dass der Prix de Tacot ein solcher Erfolg wurde, verdanken wir vor allem Euch, den geistreichen Kistenerbauern neben tausenden Zuschauern und sonnigem Wetter. Es war der beste Sonntag des Jahres!

Wir möchten uns hiermit von Herzen für eure Teilnahme bedanken.

Und apropos bester Sonntag des Jahres: vielleicht habt ihr ja auch Lust am Badewannenrennen, am 8.7.2012 oder dem Paul-Fröhlich-Cup, am 9.9.2012 teilzunehmen? Wie auch beim Seifenkistenrennen ist die Anmeldung problemlos und ohne großen Aufwand auf unserer Homepage möglich.

Die schönsten Highlights vom Seifenkistenrennen findet Ihr hier: natoseifenkiste.wordpress.com Auf ein baldiges Wiedersehen, bleibt gesund!

Euer Geheimer naTo-Sportrat (GnS)


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Kultur - Demokratie - Emanzipation

Veranstaltung des Landesverbandes Sachsen der Partei DIE LINKE in Medienpartnerschaft mit der Tageszeitung Neues Deutschland und Radio Blau

Foto: Gerd Eiltzer

Dr. Volker Külow: Einbringungsrede für die Kulturpolitischen Leitlinien auf dem Kulturkonvent der sächsischen LINKEN am 21. April 2012 in Leipzig  

Sehr geehrtes kulturinteressiertes Publikum, liebe Freude und Mistreiter,

werte Gäste unseres heutigen Kulturkonvents,   

die Einbringung von Leitlinien, die im Vorfeld einer Konferenz spätestens früh in der Straßenbahn vom Publikum gelesen werden, zählt landläufig nicht zu den emotionalen Höhepunkten einer Tagung. Groß ist nämlich die Gefahr für den Redner, Eulen nach Athen zu tragen und seine Hörerinnen und Hörern schnell mit bereits Bekanntem zu langweilen. Ich hoffe, diese Klippe in den nächsten Minuten zu umschiffen, indem ich nicht endlos aus dem Text zitiere, sondern vielmehr die grundlegenden Intentionen der Landarbeitsgemeinschaft Kultur Revue passieren lasse, die zu diesem Entwurf der Kulturpolitischen Leitlinien geführt haben. Darüber hinaus möchte ich auch selbstkritische Töne anschlagen und auf Defizite und Leerstellen der Leitlinien aufmerksam machen, die an uns bereits im Vorfeld des Konvents herangetragen wurden. Das Papier entstand nämlich keineswegs in stillen parteipolitischen Kämmerlein der Landesarbeitsgemeinschaft Kultur, sondern im vertrauensvollen mündlichen und schriftlichen Dialog mit einer bemerkenswert breiten Palette von Akteuren aus der hiesigen Kulturlandschaft, die von A wie Sächsischer Amateurtheaterverband bis Z wie Zweckverband Sächsisches Industriemuseum reicht; einige unserer bisherigen Gesprächspartner nehmen heute auch am Kulturkonvent teil. Ich will an dieser Stelle nochmals ausdrücklich allen ganz herzlich danken, die an der Ausarbeitung des vorliegenden Entwurfs aktiv mitgewirkt haben.                 

Ausgangspunkt für die Arbeit am Entwurf der Leitlinien war ein sehr breites und weit gefasstes Verständnis von Kultur, dass das ganze Papier gedanklich durchzieht, auch wenn es nicht explizit definiert wurde. Uns geht es keinesfalls nur um die Künste, sondern um eine Kultur des gleichberechtigten Zusammenlebens, des demokratischen Dialogs, der vollen Entfaltung eines jeden Individuums; kurz gesagt um ein Gesellschaftsprojekt, das der französische Sozialphilosoph André Gorz treffend als „Kulturgesellschaft“   

bezeichnet hat.  

Sehr präzise wurde in der Präambel der eigentliche Mittelpunkt unseres Kulturbegriffs herausgearbeitet: es geht um die Kraft kulturellen Handelns, d.h. die gestalterischen und inhaltlichen Potenziale von kultureller Intervention als Reaktion auf gesellschaftliche Konfliktfelder. Aus diesem Gunde haben wir auch dem Papier das programmatische Credo des renommierten Zukunftsforschers Robert Jungk vorangesellt: „Die große Aufgabe der Kultur ist es, die Gesellschaft ständig zu konfrontieren mit anderen Möglichkeiten.“

Was ist damit gemeint? Gesellschaftlichen Veränderungen ist von jeher ein Wandel des kulturellen Bewusstseins vorangegangen. Das ist das eigentliche Geheimnis des Slogans „Kultur ist Mehrwert“. Es geht um kulturelle Interventionen als Reaktionen auf gesellschaftliche Probleme und die Frage, wo die Möglichkeiten und Chancen, wo die gestalterischen, inhaltlichen und vermittlerischen Potenziale der Kultur liegen. Und wo liegen zugleich ihre Bedingdheiten und Grenzen, denn Kultur taugt keineswegs als Wundermedizin für alle gesellschaftlichen Probleme und Krisenerscheinungen.  

Für alle, die das jetzt für etwas nebulös halten, ein konkretes, zugegebenermaßen recht politisches Beispiel aus unserem südwestlichen Nachbarbundesland, das auch in hiesigen Breitengraden bekannt sein dürfte und vielleicht lustiger klingt, als es in Wirklichkeit ist: Anfang des Jahres verabschiedete sich nach 35 Jahren und insgesamt 3.000 Auftritten die anarchische bayrische Kultband Biermösl Blosn von ihrem Publikum. Am Ende dieser einzigartigen Karriere formulierte einer der Musiker nicht ohne Stolz den Satz: „Immerhin haben wir die CSU mindestens unter 50 Prozent gespielt – mission impossible erfüllt“. Leider warten wir derzeit im Freistaat Sachsen vergeblich auf eine ähnliche kulturelle Befreiungstat, auch wenn sich Olaf Schubert, Uwe Steimle und andere sächsische Künstler redlich mühen, was in einem Land, wo so viele Menschen MDR-geschädigt sind, bekanntlich ein hartes Brot ist.   

In diesem Zusammenhang macht es durchaus Sinn, einige kritische  Bemerkungen über die aktuelle Situation in der sächsischen Kulturlandschaft zu verlieren. Auch wenn Leitlinien bekanntlich nicht auf die Tagespolitik ausgerichtet sind und mit ihrer Gültigkeitsanspruch sogar über eine Wahlperiode hinauszielen, bleiben sie von entscheidenden Weichenstellungen seitens der Regierung natürlich nicht unberührt. In der Eröffnungsrede von Rico Gebhardt klang es bereits an und ich will es noch polemisch zuspitzen: die sächsische Kulturpolitik wird schon seit geraumer Zeit nicht mehr im zuständigen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gestaltet, sondern steht längst unter der finanzpolitischen Kuratel von Professor Georg Unland. Die ideologische Sparwut der CDU und die Entstaatlichungsphantasien ihres Koalitionspartners FDP bringen das Kulturland Sachsen zunehmend in Nöte, wie der 1. Abschnitt der Leitlinien zu Recht überschrieben ist. Ich könnte für diese berechtigte These eine Vielzahl von Beweisen anführen: drei gravierende Beispiele der letzten Zeit mögen genügen. Das auch hier im Saal bekannteste dürfte die Zwangskommunalisierung der Landesbühnen Sachsen in Radebeul sein. Dort wurde mit der Abwicklung des Landesbühnenorchesters nicht nur ein jahrzehntelang gewachsener Klangkörper zerstört. Mit der damit verbundenen Kürzung der Kulturraummittel - die Stadt Leipzig klagt ja bekanntlich dagegen - wurde zugleich die Axt an das bundesweit einmalige Kulturraumgesetz gelegt. DIE LINKE verlangt statt der Aushöhlung des Kulturraumgesetzes - ich verweise auf Leitlinie 7 - dessen bessere finanzielle Ausstattung. Aufgrund der unzureichenden Finanzausstattung sind aus den beabsichtigten Gestaltungsräumen der Kultur eher Kulturverwaltungsräume geworden. Es wird vor diesem Hintergrund gegenwärtig immer schwerer, mit den Möglichkeiten des Kulturraumgesetzes innovative Impulse zu setzen und neue Entwicklungen aktiv anzustoßen.      

Auch das zweite Beispiel für das kulturpolitische Versagen der Staatsregierung hat Auswirkungen bis in den Leipziger Raum. Unter dem Deckmantel einer angeblichen Stärkung der „Eigenständigkeit und Eigenverantwortung“ wurde vor wenigen Wochen der Staatsbetrieb “Staatliche Schlösse, Burgen und Gärten“ privatisiert. Wieder einmal versucht die Staatsregierung mit suspekten Mitteln sich ihrer Landesbediensteten zu entledigen. In seiner Stellungnahme hat Herr Dr. Ohlau am Donnerstag im Namen des Sächsischen Kultursenats unmissverständlich festgestellt, dass die veränderte Rechtsform des Staatsbetriebes die „Aushöhlung der Kulturverantwortung des Freistaates“ impliziert. Zugleich forderte er, dass die „Verpflichtung des Kulturstaates Sachsen für sein kulturelles Erbe nicht gemindert werden darf“. Auch für die sächsische LINKE sind die insgesamt 19 betroffenen Einrichtungen eine kulturelle Perle und keine Zitrone, die man durch eine rigide Finanzpolitik beliebig ausquetschen kann.

Last but not least hat die CDU/FDP-Staatsregierung drittens auch im Bereich der Industriekultur kläglich versagt. Bekanntlich kündigte man im Koalitionsvertrag vom Herbst 2009 vollmundig die Errichtung einer Stiftung „Sächsische Industriekultur“ an. Dieses von uns durchaus begrüßte Wahlversprechen erweist sich leider bis heute als heiße Luft bzw. geistert weiter als schwarz-gelbes Phantom durch den Freistaat. Statt die Industriekultur in einer Region mit weltweit einzigartiger Industrietradition endlich als zukunftsfähiges Landesthema zu entdecken und auf eine dauerhafte finanzielle Grundlage zu stellen, verschläft die Staatsregierung die entsprechenden Chancen. Wir haben angesichts dieses gravierenden Versagens deshalb unter Punkt 15 eine eigenständige Leitlinie über die „Industriekultur als zukunftsfähiges Landesthema“ ausgearbeitet. (Verweis auf Krankheit von HA und Rettungseinsatz von HHH). 

Natürlich werden die aktuellen strategischen Herausforderungen in der Kulturpolitik - so ist bekanntlich der zweite Hauptabschnitt überschrieben – nicht nur vom Handeln der Staatsregierung bestimmt. Zu den gravierendsten gesellschaftlichen Problemen, denen sich auch DIE LINKE auf neue und intelligente Weise stellen muss, zählt der demografische Wandel. Unter dem berühmten Motto des „Älter, bunter, weniger“ stehen vor allem die vielen kleineren und mittleren Städte Sachsens vor der Herausforderung, ihre kulturelle Infrastruktur, die kulturellen Bedürfnisse der Bevölkerung und den Stellenwert der bisherigen Kulturangebote diesem Prozess anzupassen. Eine vorauseilende Schrumpfung des Kulturbedarfs wegen der sinkenden Einwohnerzahl lehnen wir ab. Ganz im Gegenteil: wir vertreten die These, dass es gerade in vermeintlichen oder wirklichen Krisenregionen und -zeiten - siehe Leitlinie 6 - einer Intensivierung kultureller Angebote bedarf. Dabei geht es vor allem um die kulturelle Grundversorgung in bevölkerungsärmeren Regionen sowie um neue Formen der Verfügbarkeit von Informationen, Dokumenten, Texten und Bildern, um die kulturelle Abkoppelung von abgelegenen Orten zu verhindern.

Das Thema ist auch deshalb besonders wichtig, weil gerade in die Lücken in den  marginalisierten Regionen mit Vorliebe die NPD und die mit ihr verbundenen „Freien Kameradschaften“ vordringen, um ihre kulturelle Hegemonie - Stichwort „national befreite Zonen“ – zu realisieren.     

Apropos kulturelle Abkoppelung: Multikulturelle Aspekte, die Einbeziehung von Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund in unsere kulturpolitischen Vorstellungen, kommen eindeutig zu kurz - obwohl ein griechischer Genosse an der Ausarbeitung der Leitlinien aktiv mitgewirkt hat. Der entsprechende Verweis auf die Sorben und die Außenbeziehungen nach Tschechien und Polen ist der wachsenden Bedeutung dieses Themas nicht angemessen. Hier erhoffen wir uns heute kritische Anmerkungen und konstruktive Vorschläge. 

Woran erkennt man noch die linke Handschrift an dem vorliegenden Papier? Natürlich nicht nur an der kritischen Auseinandersetzung mit der Regierungspolitik. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, will ich zwei weitere Themenfelder nennen, die uns im Prozess der Ausarbeitung besonders wichtig waren und untrennbar miteinander verbunden sind. Mit Leitlinie 13 und 14 stehen beide auch nicht zufällig hintereinander. Schlüsselfiguren für ein Verständnis von Kulturpolitik, bei dem die Stärkung der Zivilgesellschaft und die Kraft der kulturellen Intervention im Mittelpunkt stehen, sind selbstverständlich die kulturellen Akteurinnen und Akteure. Nicht über sie, sondern mit ihnen sollten wir permanent sprechen, über ihre Arbeit, über ihre Nöte, über ihre Erfolge, Freuden und Sorgen. Ich freue mich daher sehr, diverse Kunstschaffende - und beiliebe nicht nur aus Leipzig - heute hier begrüßen zu können.

„Künstler sind glücklicher“ war am 15. Februar 2012 im Kulturteil der LVZ eine größere dpa-Meldung zu einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung überschrieben. In die repräsentative Untersuchung, die seit 25 Jahren erfolgt, flossen die Angaben von 28.000 Berufstätigen ein, darunter 300 Künstler; von Künstlerinnen war in dem Beitrag nicht die Rede. Ich verweise deshalb auf diese Studie, weil die sächsische LINKE bei allem Respekt vor der besonderen emotionalen Hinwendung der Kulturschaffenden zu ihrem Beruf und ihrer künstlerischen Tätigkeit durchaus um die schwierige soziale und wirtschaftliche Situation vieler Künstlerinnen und Künstler weiß. Gerade im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft ist deren Lage oftmals prekär; als  Not-Selbständige existieren sie am Rande der Armut oder führen gezwungenermaßen ein digitales Nomadenleben. Carl Spitzwegs berühmtes Bild vom „armen Poeten“ lässt grüssen. Noch ärmer als die Poeten sind oftmals die bildenden Künstlerinnen und Künstler dran, die im Urheberrecht strukturell benachteiligt sind. Darum sind wir in Leitlinie 14 auch etwas konkreter geworden und fordern die Schaffung der rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für die Zahlung einer Ausstellungsvergütung.

Auch bezüglich der Förderung der boomenden Kultur- und Kreativwirtschaft, wurden wir in Leitlinie 13 etwas präziser mit unseren Vorstellungen. Wir befürworten durchaus diesen sich immer weiter verzweigenden Teilbereich. Die derzeitige Entwicklung bewerten wir aber trotz dieser Vielzahl von Chancen zugleich als sehr ambivalent. Die Arbeitsbedingungen in der Kultur- und Kreativwirtschaft bilden eine für den neoliberalen Diskurs geeignete Folie, um eigenverantwortliche, sozial aber wenig abgesicherte Arbeitsweltszenarien positiv zu besetzen und zu zukunftsfesten Standards zu verklären. Das ist zugegebenermaßen kein besonders schöner Sprachduktus. Kultur impliziert auch Sprachkultur; darauf hat Peter Porsch in seiner schriftlichen Stellungnahme zu den Leitlinien hingewiesen. Er hat dem Papier attestiert, dass es weitgehend „flüssig“ und „lesbar“ geschrieben ist, dass aber manche Passage - darunter die soeben zitierte - von einer zu großen Satztiefe geprägt sei und zumindest redaktionell nochmals überarbeitet werden sollte. Diesen Hinweis eines namhaften Germanisten und Sprachforschers aus den eigenen Reihen nehmen wir natürlich gern auf. Sowohl sprachlich ambitioniert als inhaltlich anregend ist in diesem Kontext auch ein Positionspapier zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Leipzig, dass die AG Kultur der Leipziger LINKEN erarbeitet hat und heute erstmals der Öffentlichkeit vorstellt.                                                 

Liebe Freunde und Mitstreiter,

man könnte gewiss zu vielen anderen Aspekten des Entwurfs unserer Kulturpolitischen Leitlinien weiterführende Ausführungen unterbreiten. Das MEGA-Thema kulturelle Bildung hat ebenso einen eigenen Punkt erhalten wie die demokratische Erinnerungskultur, bei der bekanntlich gerade im konservativ dominierten Sachsen vieles im Argen liegt. Ich hatte aber am Anfang meiner kleinen Rede versprochen, nicht zu detailliert den Text zu zitieren. Auch zu manchen Schwach- und Fehlstellen wäre noch einiges mehr zu sagen.  

Rico Gebhardt hat vorhin beispielsweise zu Recht auf das Thema Mäzenatentum und Sponsoring verwiesen. Wir haben diesen Punkt - in den ja auch z.B. Bürgerstiftungen gehören - bislang völlig ausgeklammert; vielleicht sind wir da noch zu ängstlich, den privaten Reichtum stärker in die Pflicht zu nehmen, um nicht Gefahr zu laufen, in das gleiche Horn wie der kulturpolitische Neoliberalismus zu tuten, der natürlich gern die staatliche Verantwortung zugunsten der Eigeninitiative minimiert. Genau für diese Denkschablonen liefern Bücher wie der heute schon zitierte „Kulturinfarkt“ die Legitimationsideologie. Dieses Buch ist zweifellos ein neoliberaler Putschversuch, der auf besonders dumm-dreiste Weise offenbart, dass wir längst wieder mitten in einem Kulturkampf stehen, den Kampf um die Kultur. Zum Glück wurde den neoliberalen Kulturmarktadepten von renommierter Seite sofort widersprochen. Auf Initiative von Günter Grass, Wolfgang Rihm, Klaus Staeck, Margarethe von Trotta und Wim Wenders hat die Akademie der Künste am 1. April einen Appell zur Verteidigung der Kultur verfasst. Statt „Kultur für alle“ soll die Kultur offenbar wieder zu einem elitären Gut werden, heißt es in dem Aufruf, den inzwischen mehr als 50 bekannte Künstlerlinnen und Künstler unterschrieben haben. Als hätten wir diesen mit klarer Absicht inszenierten Tabubruch voraus gesehen, die Grundlagen einer öffentlichen Kulturförderung zu zerstören, haben wir in den Leitlinien einen renommierten Schriftsteller, das Mitglied des Sächsischen Kultursenats Friedrich Dieckmann, zitiert. Er soll mit seinem kulturpolischen Credo das letzte Wort haben: „Nur wenn die Kunst leben kann, wird sie die Kraft finden, neue Wege zu erkunden.“ Deshalb wäre es „absurd, wenn in einer Zeit, wo der Staat eine Inflation riskiert, um die Gesellschaft vor den Machenschaften straflos ausgehender Finanzjongleure zu schützen, ausgerechnet an den Künstlern gespart würde.“

Ich danke für Ihre bzw. Eure Aufmerksamkeit.