29. Juni 2011 Dr. Volker Külow

Orchesterauflösung ist Akt des Kulturabbaus in Sachsen

Zum nunmehr vorliegenden Konzept des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) für Umstrukturierung und Profilierung der Landesbühnen Sachsen erklärt der kultur­politische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag, Dr. Volker Külow: 

Unsere Fraktion hat sich in den letzten Monaten im Landtag wiederholt für den Erhalt des Lan­desbühnenorchesters eingesetzt, um die begonnenen Abrissarbeiten in der sächsischen Thea­ter- und Orchesterlandschaft vorerst zu stoppen. Leider vergeblich: Das nunmehr vorgestellte Konzept des SMWK für die Umstrukturierung und Profilierung der Landesbühnen Sachsen ist ein rein finanzpolitisch motivierter Akt des Kulturabbaus und schwächt die kulturelle Vielfalt im Freistaat erheblich. Man kann es nur als kulturpolitischen Zynismus bezeichnen, wenn die zu­ständige Staatsministerin in diesem Zusammenhang von einem „Zukunftskonzept" spricht. 

Mit der nunmehr offiziell verkündeten Auflösung eines der beiden landeseigenen Orchester und der Bildung eines „fusionierten" Orchesters mit nur noch 72 Musikerstellen - die nicht nur aus unserer Sicht völlig unzureichend sind - wird das bisherige Gesamtkulturangebot der Landes­bühnen Sachsen zweifellos erheblich eingeschränkt. Es droht beispielsweise nicht nur die Hal­bierung des kulturellen Angebots mit Orchesterbeteiligung in der Region, sondern leider auch der gänzliche Wegfall vieler Projekte im Kinder- und Jugendbereich. 

Da das bisherige Vorgehen der Staatsregierung verfahrenstechnisch skandalös, sozial unver­tretbar sowie künstlerisch-organisatorisch und unter dem Strich auch finanziell unsinnig ist, for­dern wir vor allem im Interesse der Musiker der Landesbühnen, die bisher nicht wirklich in die Debatte einbezogen worden sind, jetzt zumindest einen Runden Tisch zu bilden, an dem mit Vertretern des Freistaates, des Kulturraumes, der Theater-GmbH und der beiden Orchester die Konzeption für eine sinnvolle Orchesterzusammenführung ausgearbeitet wird.